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Medikamentenbetrug in Mexiko: Krebsleidende Kinder erhielten Wasserinfusion statt Chemotherapie



Von dem Korruptionsskandal in Mexiko sollen jetzt auch krebserkranke Kinder betroffen sein. Kinder, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, bekamen anstelle einer zugesagten Chemotherapie destilliertes Wasser verabreicht. Hinzu wurden Tausende nicht funktionstüchtiger HIV-Tests verkauft. Korruption kennt keine Grenzen und sogar schwerkranke Kinder sind betroffen. Javier Duarte de Ochoa war bis zum 12. Oktober 2016 Gouverneur des Gliedstaats Veracruz. Während seiner Amtszeit hat er sich im großen Stil bereichert. Doch noch bevor seine Machenschaften aufflogen, tauchte er unter. 1,7 Milliarden Dollar sind weg und nicht nur Mexiko sucht nach Javier Duarte, sondern auch Interpol.

Was jetzt ans Tageslicht kam, erschüttert ganz Mexiko. Laut amerika21 war die Familie Vazquez Ortega direkt von den Folgen betroffen. Die Mutter des an Krebs erkrankten vierjährigen Gael, Diana Edith Vázquez, berichtet: „Während der sechs Monate, in denen Gael der Chemotherapie unterzogen wurde, zählte ich zwischen 12 bis 15 Kinder, die gestorben sind.“ Anstatt den Kindern mit einer Chemotherapie zu helfen, wurden Wasserinfusionen verabreicht.

Am 18. Januar 2017 berichtete sinembargo, dass der Pharmakonzern Roche bestätigte, Javier Duarte de Ochoa habe gewusst, dass das Medikament für Kinder mit Krebs falsch angewendet wurde. Es soll sich um eine Ergänzung für die Behandlung handeln und sei keine Chemotherapie.

Immer wieder lesen wir von Betrug mit der Krankheit Krebs.

Erst im Juni 2016 hatten wir in unserem Beitag: Die Krebs-Mafia – Korruption und mit falscher Diagnose KREBS bei gesunden Menschen Geld verdienen berichtet, dass es öfter geschieht, als wir es uns vorstellen können. Erst wenn Ärzte auf frischer Tat ertappt werden, kommt alles ans Tageslicht, doch dann ist der angerichtete Schaden bereits groß. Ärzte, die bei gesunden Patienten Krebs diagnostizieren, nur um Schmiergelder zu kassieren, damit eine Chemotherapie verabreicht werden kann, sind schon mehr als fragwürdig. Wenn es gerade die unschuldigen Kinder trifft, dann fragt man sich schon, was in dieser Welt verkehrt läuft.

Mit Krebsmedikamenten lässt sich viel Geld verdienen – ein milliardenschwerer Markt, das dachte sich sicher auch Javier Duarte de Ochoa, denn wie ist es sonst zu verstehen, dass gerade Kindern falsche Medikamente verabreicht werden?!

Schon der Skandal aus den USA im Bereich Krebsdiagnostik entsetzte uns, nachdem ein Arzt auspackte, wie er Diagnosen nur des Profits wegen fälschte.

Der Einsatz gefälschter Arzneimittel im Bundesstaat Veracruz sorgt für Empörung in Mexiko. Kinder, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, bekamen anstelle einer zugesagten Chemotherapie destilliertes Wasser verabreicht.

Miguel Angel Yunes, der amtierende Gouverneur des Bundesstaates Veracruz, bezichtigt seine Amtsvorgänger Fidel Herrera (2004-2010) und Javier Duarte (2010-2016), von den Vorgängen gewusst und sich daran bereichert zu haben. „Nun haben wir das Laborergebnis. Es zeigt, dass das Medikament, das an die Kinder als Chemotherapie verabreicht wurde, kein echtes Medikament war, sondern eine wirkungslose Zusammensetzung. Es war praktisch destilliertes Wasser“, sagte er bei einer Pressekonferenz. Das Gesundheitsministerium von Veracruz hatte seinerzeit die Arzneimittel von Firmen gekauft, die regulär gar nicht in den Handel mit Medikamenten involviert sind. Gegen die Firmen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Darüber berichtete tsur und desinformemonos.

Der Erwerb und die Verbreitung gefälschter Medikamente soll in der Amtszeit Herreras begonnen haben und unter Duarte fortgesetzt worden sein. Aus diesem Grund kündigte Yunes an, Strafanzeige gegen die beiden ehemaligen Gouverneure zu erstatten. Herrera war im Oktober 2015 von Präsident Enrique Peña Nieto zum Konsul in Barcelona (Spanien) ernannt worden, trat jedoch wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe kürzlich zurück. Duarte, der in mehrere Korruptionsskandale involviert ist, floh im vergangenen Oktober vor der Justiz und wird seither mit Haftbefehl gesucht.

Nicht nur in der Chemotherapie sollen gefälschte Medikamente in Umlauf gebracht worden sein. Es gebe weitere gravierendere Fälle wie etwa den Erwerb Tausender nicht funktionstüchtiger HIV-Tests, erklärte der ehemalige Gesundheitsminister von Veracruz, Antonio Nemi. Die „Comisión Federal para la Protección Contra Riesgos Sanitarios“ (Cofepris) konfiszierte inzwischen 47 000 HIV-Tests in einer Lagerhalle der Regierung von Veracruz. Diese waren nicht zugelassen und könnten möglicherweise falsche Ergebnisse anzeigen.

Die beiden Unternehmen, die diese Arzneimittel an das Gesundheitsministerium verkauft haben sollen, sind auf den Handel mit diversen Produkten aus unterschiedlichen Sparten spezialisiert – nicht jedoch auf den mit Medikamenten. So ist das Unternehmen Macbex in erster Linie mit dem Import und Export von Getreide und Saatgut sowie dem Design und der Anfertigung von Bekleidung und Schmuck befasst. Die Heberen Business Group beteiligt sich unter anderem am Bau von Gebäuden und Straßen. Quelle amerika21.de

Mexikos Markt für Medizinprodukte wird von $ 4 900 000 000 im Jahr 2015 auf $ 6 500 000 000 bis 2020 steigen. Zu diesem Ergebnis kam ein Bericht des Forschungs- und Beratungsunternehmens Globaldata. Die Gründe sind wie auch in anderen Ländern eine wachsende Bevölkerung, die immer älter wird, und die zunehmende ungesunde Lebensweise. Die wichtigsten Akteure für den Pharmamarkt sind hier Bayer de Mexico, Genomma Lab, Pfizer, Merck und Roche. Als die wichtigsten Akteure für den Medizinmarkt werden Fresenius Medical Care, Baxter, DePuy, Johnson & Johnson und Medtronic genannt.

Wohin das Geld für die kranken Menschen gegangen ist, lässt sich nur vermuten. Wie nzz.cherst Ende Januar 2017 berichtete, pflegte der Geflohene Javier Duarte de Ochoa Beziehungen zu den Drogensyndikaten, und dass er von ihnen profitierte, war bekannt. Wie stark er in der Unterwelt mitmischte, bleibt aber schleierhaft. Laut offiziellen Angaben wurden während seiner Amtszeit gut 9000 Personen getötet; 2300 gelten als vermisst. Wie in anderen Gegenden Mexikos liegen auch hier die Dunkelziffern viel höher. Veracruz ist in den vergangenen Jahren zu einer regionalen Drehscheibe des Menschenhandels zwecks sexueller Ausbeutung geworden. Dies erklärt, weshalb besonders viele 15- bis 29-Jährige vermisst werden. Laut Beobachtungsstellen sind zahlreiche Sicherheitskräfte und Beamte in die Verschleppungen involviert.

Schlagzeilen machte Duarte aber vor allem, weil Veracruz unter ihm ein gefährliches Pflaster für Journalisten wurde. «Benehmt euch», hatte er ihnen nach der Tötung eines Fotografen geraten. Insgesamt 17 Medienschaffende wurden während seiner Amtszeit ermordet. Keiner der Fälle wurde bisher aufgeklärt.

Bislang sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Wie der Leiter der Bundesbehörde bestätigte, sind in mehreren Apotheken, Laboren und Krankenhäusern für Karzinologie bislang 16,8 Tonnen abgelaufene Medikamente gefunden worden. Es sei nicht auszuschließen, dass auch andere Medikamente betroffen seien.



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